Unser Oberbürgermeisterkandidat Thomas Lechner (parteilos) ruft die Angestellten der Stadt München in einem offenen Brief dazu auf, sich auf die Seite der Klimaschutzbewegung zu stellen und sich kommenden Freitag an den Aktionen des globalen Klimastreiks zu beteiligen. Heute Morgen hat er den Brief stellvertretend vor dem Amt für Wohnen und Migration an die Angestellten verteilt.  

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Offener Brief an alle Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtverwaltung, München 16.9.2019

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 20.9. findet auf Initiative von Greta Thunberg und zahlreichen Wissenschaftler*innen unter dem Titel „Klima-Streik“ ein globaler Aktionstag statt. In München organisieren Fridays For Future in diesem Rahmen eine Demonstration (12 Uhr Königsplatz).

Ich rufe alle Münchner*innen auf, sich an diesem Klimastreik zu beteiligen. Wenn wir nicht schnellstens handeln, können wir ein lebenswertes Leben für die uns nachfolgenden Generationen nicht mehr gewährleisten. Wir ALLE stehen deswegen in der Pflicht, alle erdenklichen Maßnahmen zu ergreifen um apokalyptische Zustände zu verhindern. Wir brauchen nicht nur eine schnelle, sondern teilweise auch eine radikale Veränderung unserer Haltung und unserer politischen Initiativen. Und wir brauchen das in allen Bereichen von Gesellschaft, Politik und Verwaltung, AUCH auf kommunaler Ebene. Fridays For Future haben dem Stadtrat im Frühsommer einen Forderungskatalog mit 31 Maßnahmen vorgelegt (http://fff-muc.de/forderungen.html), wo und wie wir sofort beginnen können, Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen umzusetzen. Und schon wieder passiert… so gut wie nichts.

Warum ist es mir ein besonderes Anliegen, dass sich auch die Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung zahlreich am Klimastreik beteiligen?

Unzufriedene Mitbürger*

innen schimpfen gerne mal auf DIE Stadt, DIE Politik oder DIE

Verwaltung. Für mich gibt hier aber kein Gegeneinander, sondern ein Potential der Zusammenarbeit. Ich kenne viele engagierte und tatkräftige städtische Mitarbeiter*innen, welche die Anliegen der Bürgerschaft gerne unterstützen, manchmal aber selbst ausgebremst werden, durch Bürokratie oder Personalmangel. Jede Krise birgt auch eine Chance – die Klimakrise hat das Potential unsere Gesellschaft konstruktiv zusammenzubringen. Ein gemeinsames Eintreten von Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung für den Klimaschutz stärkt die Stadtgemeinschaft und wäre so ein wichtiger Schritt in Richtung einer solidarischen Stadt.

Wenn die Zivilgesellschaft sich so konstruktiv in politische Debatten einbringt, wie das bei der Diskussion um Klimaschutz und Klimagerechtigkeit der Fall ist, dann ist es die Aufgabe der Politik, diese Prozesse aufzunehmen. Als Oberbürgermeister Münchens würde ich deswegen umgehend runde Tische organisieren, an denen schnelle und konkrete Lösungen ausgearbeitet und gemeinsam umgesetzt werden könnten. Der Nebeneffekt wäre ein Zusammenwachsen der Stadtgesellschaft.

Es gibt viele gute Ideen aus den Reihen der Münchner Bürgerschaft, lassen Sie uns diese also aufgreifen und – wo möglich – umsetzen, lassen Sie uns SOFORT damit beginnen und beteiligen Sie sich deswegen am Klimastreik!

FÜR EIN LEBENSWERTES UND SOLIDARISCHES MÜNCHEN!

Thomas Lechner, parteiloser OB-Kandidat für DIE LINKE. München

Der offene Brief als PDF