„Nun sickert es langsam durch. Nach und nach werden Neuplanungen und Mehrkosten für den Bau der Zweiten Stammstrecke eingeräumt“, so der LINKEN-Kreissprecher Ates Gürpinar: „Wir fordern einen sofortigen Stopp aller Planungen und Baumaßnahmen für das Projekt. Selbst der Konzern gesteht ein, dass die Pläne der Deutschen Bahn für einen dritten Tunnel bis zu 200 Millionen Euro und zwei Jahre Bauzeit mehr veranschlagen werden, als ursprünglich geplant. Am Ende wird auch das sicher nicht ausreichen.

Woher die Deutsche Bahn sich die Sicherheit nimmt, trotz höherer Kosten und Zeitaufwand immer noch im Plan zu bleiben, erschließt sich uns nicht. Vielmehr bestätigt die Totalumplanung unsere Befürchtung, dass die Zweite Stammstrecke von Anfang an nicht vorausschauend geplant war. Auf verkehrspolitische Abenteuer wie den Berliner Flughafen oder Stuttgarter Hauptbahnhof kann München sehr gut verzichten. Es ist höchste Zeit, die Reißleine zu ziehen. Mit einem Ausbau des Nord- und Südrings für den S-Bahn-Verkehr, einer maßvollen Sanierung des Hauptbahnhofs, einen Ausbau der S-Bahn-Außenäste und einen massiven Ausbau des Tramnetzes lässt sich der Verkehrs- und Klimakollaps in München viel günstiger und effizienter lösen.“